CAN FD – einfach erklärt
CAN FD (CAN with Flexible Data-Rate) ist die Weiterentwicklung des klassischen CAN-Bus. Gegenüber Classical CAN ermöglicht CAN FD bis zu 64 Byte Nutzdaten pro Frame und eine höhere Datenrate in der Datenphase. Dadurch lassen sich mehr Daten effizienter übertragen, ohne das bewährte Grundprinzip der CAN-Kommunikation zu verlassen. CAN FD wird heute überall dort eingesetzt, wo klassische CAN-Netzwerke an Grenzen bei Datendurchsatz, Diagnose oder Software-Updates stoßen.
Was ist CAN FD?
CAN FD steht für CAN with Flexible Data-Rate. Das Protokoll erweitert den klassischen CAN-Bus um zwei zentrale Eigenschaften:
Zum einen kann ein CAN-FD-Frame deutlich mehr Nutzdaten transportieren als ein klassischer CAN-Frame. Statt maximal 8 Byte sind bei CAN FD bis zu 64 Byte pro Nachricht möglich. Zum anderen erlaubt CAN FD eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit in der Datenphase. Dadurch steigt die Effizienz des Netzwerks deutlich.
CAN FD wurde entwickelt, um moderne Anwendungen mit höherem Datenaufkommen besser zu unterstützen. Dazu zählen beispielsweise Diagnosefunktionen, Flash-Programmierung von Steuergeräten, Messdatenerfassung und Systeme mit steigender Kommunikationsdichte.
CAN FD vs. CAN – die wichtigsten Unterschiede
Wie funktioniert CAN FD?
CAN FD basiert auf dem bekannten CAN-Prinzip, erweitert den Datenrahmen jedoch um zusätzliche Möglichkeiten. Besonders wichtig sind dabei die flexible Datenrate, die größere Nutzdatenlänge und neue Kennungen im Frame-Format.
Ein CAN-FD-Frame kann in zwei Geschwindigkeitsbereiche aufgeteilt werden:
- In der Arbitrationsphase läuft die Kommunikation mit einer zur Netzwerktopologie passenden Bitrate.
- In der Datenphase kann die Bitrate erhöht werden, wenn Bit Rate Switching (BRS) verwendet wird.
Auf diese Weise bleibt das Verfahren der Busarbitrierung erhalten, während die eigentliche Datenübertragung deutlich effizienter wird.
Bit Rate Switching (BRS)
Mehr Nutzdaten pro Nachricht
Warum CAN FD entwickelt wurde
Mit steigender Anzahl an Steuergeräten, Diagnosefunktionen und Software-Anteilen in Maschinen und Fahrzeugen wachsen die Anforderungen an die Kommunikation. CAN FD wurde entwickelt, um diese Anforderungen innerhalb der bekannten CAN-Welt besser abzubilden: mehr Daten pro Nachricht, kürzere Übertragungszeiten und höhere Effizienz im bestehenden Systemkonzept.
CAN-FD Frames und wichtige Felder
Der CAN-FD-Datenrahmen ähnelt dem klassischen CAN-Frame, enthält aber zusätzliche Informationen für die erweiterten Funktionen. Dazu zählen insbesondere Kennungen für das FD-Format, die Umschaltung der Bitrate und den Status des sendenden Knotens.
Bei Classical CAN wurde lediglich zwischen zwei Datenrahmen unterschieden: Standard Frames (CAN 2.0A) mit 11-Bit Identifier und Extended Frames (CAN 2.0B) mit 29-Bit Identifier. Diese Formate bleiben in dieser Form erhalten, bekommen im Zuge von CAN FD jedoch einen neuen Namen.
Ein CAN FD Controller ist abwärtskompatibel, d.h. er kann die bisherigen Formate des Classical CAN verarbeiten. Umgekehrt geht dies jedoch nicht: für einen Classical CAN Controller sind die Frame Formate FBFF und FEFF unbekannt und führen unweigerlich zur Aussendung von Error Frames. Daher müssen für den Einsatz von FD Frame Formaten alle Teilnehmer im Netzwerk einen CAN FD Controller haben.
Die wesentlichen Unterschiede im Rahmenaufbau zum Classical CAN Data Frame sind in Bild 1 kenntlich gemacht.
CAN FD Base Frame Format
Das CAN FD Format unterstützt keine Remote Frames, das bisherige RTR Bit nach dem Identifier wird durch das Bit „Remote Request Substitution“ (RRS) ersetzt.
FDF – FD Format
BRS – Bit Rate Switch
ESI – Error State Indicator
Über das Bit ESI (Error State Indicator) im Control Field wird nun durch den Sender einer Nachricht signalisiert, ob er sich im Error Active oder Error Passive Zustand befindet, was die Fehlersuche in Netzwerken erheblich verbessert.
Um durch die potenziell höhere Anzahl an Stuff-Bits in einer Nachricht nicht Gefahr zu laufen, einen schlechteren Wert für die Restfehlerwahrscheinlichkeit als bei Classical CAN zu erhalten, wurde ein Stuff-Bit Counter (3 Bit + Parity) eingeführt. Das neue Stuff-Count Feld wird zu Beginn des CRC Feldes gesendet.
DLC bei CAN FD
Kodierung der Datenlängen
Auch ohne die schnellere Datenübertragung in der Datenphase bringt allein schon die größere Datenmenge erhebliche Vorteile. Bei einer nominalen Bitrate von 1 MBit/s liegt die Netto-Übertragungsrate (d.h. die Transferrate für das Data Field) für einen Classical CAN Controller bei 576 kBit/s. Bei einem CAN FD Frame mit einer Datenlänge von 64 Byte liegt die Netto-Übertragungsrate bei 903 kBit/s.
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Mehr InformationenVorteile von CAN FD
Höherer Datendurchsatz
Weniger Overhead
Ideal für Diagnose und Updates
Bewährtes CAN-Prinzip bleibt erhalten
Typische Anwendungsfälle für CAN FD
Steuergeräte-Programmierung
Diagnose und Service
Mess- und Prüftechnik
Maschinen, mobile Arbeitsmaschinen und Fahrzeuge
FAQ zu CAN FD
Was bedeutet CAN FD?
CAN FD bedeutet CAN with Flexible Data-Rate. Es handelt sich um eine Erweiterung des klassischen CAN-Bus mit größerer Nutzdatenlänge und höherer Datenrate in der Datenphase.
Was ist der Unterschied zwischen Classical CAN und CAN FD?
Wie viele Daten können mit CAN FD übertragen werden?
Ist CAN FD abwärtskompatibel?
Unterstützt CAN FD Remote Frames?
Wann sollte man CAN FD einsetzen?
Mehr zum Thema CAN FD
Verfügbare CAN FD Controller
Die Entwicklung von CAN FD Systemen steht und fällt mit verfügbaren CAN Controllern. Die folgende Liste gibt eine Übersicht über den aktuellen Stand der CAN FD Microcontroller, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
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